6 Tipps für deine „fabelhafte Welt“ im Lockdown

6 Tipps für deine „fabelhafte Welt“ im Lockdown

Coronakrise

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen, nicht nur auf politischer Ebene, sondern auch bei uns selbst. Die Coronakrise hat unseren Alltag von heute auf morgen verändert. Das Ausharren wird für viele zu einer enormen Geduldsprobe. Doch mit Frustration oder Panik wird es sicher nicht besser. Mit ein wenig Fantasie kannst du viele Outdoor Aktivitäten einfach nach drinnen verlagern. Meine 6 Tipps für deine „fabelhafte Welt“ im Lockdown.

1 Mode und Bummeln

In meinem letzten Artikel habe ich beschrieben, wie erfüllend es sein kann, den Kleiderschrank umzuräumen. Einmal, weil dir bewusst wid, Extra-Zeit gewonnen zu haben. Andererseits weil Mode Spaß macht! Endlich hast du wieder einen Überblick, weil du Altes und nicht Getragenes aussortierst. Du stehts vor deinem Schrank und es kommt dir vor, als ob du im Geschäft stündest und nicht wüsstest, welches Teil dir am besten gefiele (und alle gehören bereits dir).

Das Aussortierte kannst du zum Verkauf stellen, schwupsdiwups, entsteht noch eine Freizeitbeschäftigung für alle Mode-Begeisterten. Denn die Kleidungsstücke müssen mit der Kamera einigermaßen in Szene gesetzt werden, wenn du deine Verkaufschancen erhöhen möchtest.

Ich gebe zu, es ist auch eine Fleißaufgabe, wenn du mehr als 5 Teile abfotografieren möchtest, aber es macht auch Spaß, versprochen. Du musst nur mit der richtigen Einstellung an die Sache rangehen: nicht „Ich muss das jetzt tun!“, sondern „Hey, ich werde kreativ und mach mein eigenes Foto-Shooting!“.

Es war sehr amüsant, quasi in verschiedene Rollen zu schlüpfen: mal als Geschäftsfrau im Business Look, mal als Touristin beim Spaziergang am Strand. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, du muss sie nur zu lassen. (PS: Ich musste viele Sachen aussortieren, weil sie mir nicht mehr passen, also Obacht, es steckt eventuell eine Frustrationsgefahr in der Unternehmung. LOL)

Und noch etwas kannst du tun, wenn du Mode liebst. Das mache ich übrigens auch unabhängig von der Coronakrise. Ich schaue mir z. B. bei About You die Stories an, und lasse mich inspirieren, aber nicht zum Kauf, sondern zu ähnlichen Outfits mit den Klamotten, die ich schon habe.

2 Home Spa

Hand aufs Herz: Wie viele Kosmetikprodukte stehen ungenutzt in deinem Bad? Bei mir sind es etliche. In der Drogerie zum unnötigen Kauf verleitet, zuhause aus Zeitmangel einfach hübsch im Regal drapiert.

Ach, Besitz macht so glücklich… Von wegen. Doch jetzt hast du die Chance, dich auf alle die Peelings, Masken, Cremes, Schlammpackungen und mehr zu stürzen. Bei mir ist die Situation besorgniserregend, denn ich horte auch noch unzählige Kosmetikproben. ^_^

Deshalb verwandle dein Home in ein Spa. Ob tagsüber mit Maske vorm Rechner sitzend (sorge dafür, dass du keine Video-Meetings mit Kollegen*innen hast ^_^) oder abends vorm Fernseher bei deiner Lieblingsserie: Gönn‘ dir was!

Goldenes Tablett mit Kosmetikartikel für Home Spa

„Mach dir bewusst, dass du das für dich tust. Allein das kann uns glücklich machen. Das Motto lautet: Gönn‘ DIR was!“

3 City Trips & Reisen

Nein, das ist kein schlechter Witz. In diesem Beitrag drehen sich alle Tipps um deine Fantasie. Ich liebe es zu reisen, ja du auch! Und ich liebe es, Fotos zu machen, ja du auch! Aber was passiert mit den Fotos, wenn wir aus dem Urlaub wieder zurück sind? In der Regel landen sie, wenn überhaupt, auf einer extra-großen Terrabyte-Festplatte. Ehrlich gesagt tragen wir so unsere hübschen Fotos einfach nur zum virtuellen Friedhof.

Jetzt könnten wir doch mal diese Fotos aus der digitalen Schublade holen und anfangen, positive Gefühle zu wecken. Nimm dir bewusst Zeit, und schau dir die Foto von deinen letzten Urlauben an. Du wirst automatisch gedanklich auf Reise gehen. Es ist fantastisch und kostet uns nichts außer Zeit, von der wir jetzt mehr als sonst haben.

  • Notre Dame Paris
  • Blick auf den Vesuv und Hafen von Neapel
  • Hängematte in einem antiken Garten auf Hvar, Kroatien

Übrigens kannst du dich hier von deiner solidarischen Seite zeigen, und Fotos mit deinen Freunden in den sozialen Medien teilen, die so „mitreisen“ können. Eine solche Aktion kursiert bereits seit Tagen auf Facebook.

4 Kunst & Museen

Ich liebe die schönen Künste. Während meines Erasmus-Aufenthalts in Paris besuchte ich mindestens 30 Museen und Galerien: Monet, eine große Sonderausstellung zu Klimt, Schiele und Kokoschka, Picasso, Dalì, Louvre sowieso, ach Paris, je t’aime!

Eines habe ich seither nicht gemacht, in den Büchern und Bändern gestöbert, die ich dort oder später gekauft habe. Ich habe einige Bücher zu Klimt, zu Tamara de Lempicka, eines über Malerei, und natürlich eines über Mode. Und wenn du keine Kunstbücher zuhause hast, dann nutze die virtuellen Angebote von Museen auf der ganzen Welt. Eine schöne Liste hat GEO neulich veröffentlicht.

5 Kino

Keine Sorge, du bekommst von mir jetzt nicht den so nahe liegenden Tipp dir schöne Netflix-Abende zu machen. Aber es geht schon in die Richtung. Genau genommen habe ich 3 Zusatz-Tipps für deine Netflix-Corona-Auszeit:

  1. Auf Netflix gibt es weit mehr Filme, als uns in unserer persönlichen Startseite angezeigt wird. Techbook verrät, mit welchem Trick man das Netflix-Archiv erreicht.
  2. Zeigt euch wie mit euren Urlaubsfotos (s.o) solidarisch und teilt eure Filmtipps mit Freunden.
  3. Ich persönlich halte nichts davon, jetzt aufs Online-Shopping überzugehen. Denn die Paketzusteller sind eh schon einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt als wir Daheimgebliebenen. Wenn ihr aber ohnehin schon dabei seid, dann könnte sich ein Projektor fürs Heimkino lohnen, mit dem ihr Filme vom Handy auf die Wand projiziert. Einfach mal in der Suchmaschine nach Handy Beamer oder Handy Projektor suchen.

6 Vorfreude-Liste

Nichts ist schöner als Vorfreude? Ich glaube, ja! Das Warten verwandelt sich in ein Foranschreiten, in einen Countdown hin zu einem besonderen Ereignis.

Ich weiß, dass das Ende der Coronakrise noch in den Sternen steht. Aber unabhängig davon, sollte man gerade jetzt träumen dürfen. Man sollte die Zeit auf gute Gedanken konzentrieren, ohne das Schlechte zu verdrängen. Ich habe eine Liste angefangen, in der ich die Dinge notiere, auf die ich mich besonders (vor-)freue! Eine Idee, wie diese Liste aussehen kann:

  • Sonne auf der Haut spüren; und es wird immer wärmer
  • Den Himmel beobachten
  • Im Café sitzen
  • Jedes Wochenende ein anderes Restaurant der Stadt ausprobieren und damit der örtlichen Gastronomie-Landschaft unter die Arme greifen
  • Freunde treffen und umarmen
  • Den Weg zur Arbeit bewusst wahrnehmen und sogar genießen
  • Mehr Dankbarkeit zeigen für die (Wahl-)Freiheit

Corona-Pandemie: Deine Chance in der Krise

Corona-Pandemie: Deine Chance in der Krise

Die Pandemie hat uns fest im Griff! Ja, das könnte man so sagen. Man könnte aber auch alle Beschränkung in Relation setzen zu unseren immer vorhandenen Freiheiten. Und siehe da: etwas Positives stellt sich ein.

Ich war schon immer eine Rebellin. Ich habe mich zwar nur selten lauthals der „Ordnung“ widersetzt; aber doch gerne, klammheimlich, am Rande, fast unbeobachtet und ein wenig stolz auf mein Abdriften von der Norm. Ob in der Schule, in der Mode oder beim Apple-Wahn, ich ging und gehe oft einen ungewöhnlichen Weg. Nun kommt mir dieses stille Aufbegehren sogar entgegen. Ich drehe den Corona-Wahn um: Aus „alles steht still“ wird für mich „so viel mehr ist jetzt möglich!“

Die Quarantäne als Zeitgeschenk begreifen

Sicherlich bin ich keine Pionierin beim Thema Wie kann ich meine Zeit sinnvoll während der Corona-Pandemie nutzen? Aber neben all den Tipps und Ratschlägen, die das Internet genauso heftig attackieren wie Covid-19 unser Immunsystem, lade ich dich dazu ein, die Corona-Ausnahmesituation in ein anderes Licht zu setzen.

Wie kann das aussehen? Ich habe mir zum Beispiel vorgenommen, meinen Kleiderschrank auszumisten. Du siehst, das ist keine geniale Idee, sondern wahrscheinlich Tipp Nr. 5 auf der Liste aller aktuellen Corona-Quarantäne-Tipps. Das Besondere bei meiner Ausmist-Aktion war jedoch nicht die Tätigkeit an sich, sondern das Zelebrieren dieser Möglichkeit und was diese bei mir auslöste.

Was es da zu zelebrieren gibt? Das wertvollste, was der Mensch hat: Zeit! Indem wir uns auf den Zeitgewinn und nicht auf den Freiheitsverlust konzentrieren, bekommt die Corona-Krise einen positiven Touch, ohne natürlich die Gefahr, das Leid und die Trauer um die Verstorbenen zu verharmlosen!

Meine 4 special moments beim Schrank ausmisten

Auch wenn sich die aktuelle Situation für wenige wirklich gut anfühlt, so ist die Corona-Krise in gewisser Weise eine extrem lange Me-time! Du hast jetzt die Chance, dich mit Tätigkeiten zu beschäftigen, die du sonst auf die lange Bank schiebst. Und dies kann das Ausmisten deines Schranks bewirken:

  1. Stolz: Du bist stolz auf dich, dass du diese Aufgabe endlich in Angriff nimmst und insbesondere freust du dich, dass du dafür endlich Zeit hast.
  2. Dankbarkeit: Du wirst dir wahrscheinlich bewusst werden, wie „reich“ du bist. Ich meine ausgedrückt in Kleidungsstücken. Bei mir war das so. Ich wusste, da ist viel zu viel. Aber als ich fertig war, fühlte ich mich dankbar für all die Klamotten, die ich besaß, wo ich doch Mode so sehr liebe.
  3. Ordnung: Ich meine damit nicht die neue, fantastische, kaum zu glaubende Ordnung im Schrank, sondern die Ordnung in meinem Geist. Klamotten aussortieren macht auch etwas mit deinem Geist, so als ob du ihn von Altlasten befreien würdest.
  4. Tagträume: Ich vermute, jeder Fashionista geht es ähnlich. Sie weiß ganz genau, wann sie welches Stück wo gekauft hat und zu welchem besonderen Anlass sie es getragen hat. Ich habe mit dem Ausmisten, Neuordnen und Umhängen eine lange Reise durch ca. 2 (!) Jahrzehnte gemacht.
  5. Vorfreude: Nachdem ich jetzt endlich einen guten Überblick über alle meine Klamotten habe, werde ich hoffentlich auch öfter mal „was anderes“ anziehen. Das lässt die Vorfreude (einer Modeverrückten) auf die Zeit nach Corona noch höher steigen.

Diese Aktion hat noch einen positiven Nebeneffekt: Da ich jetzt wie jede*r andere auch so viel Zeit zuhause verbringe, komme ich ziemlich oft an meinem Schrank vorbei und freue mich immer wieder über die innere und äußere Neuordnung! Würde ich nicht zuhause sein, würde ich diesen Effekt etwas seltener zu spüren bekommen.


Dinge passieren und wir haben sehr selten Einfluss darauf. Was wir aber beeinflussen können, ist unsere Reaktion darauf. Dies ist kein schlauer Satz von mir, sondern tausendfach zitiert und wiedergekaut. Doch ich finde ihn gerade jetzt angesichts unserer Freiheitseinschränkung und einer leicht entflammbaren Panik passender denn je!

Das war mein 1. Beitrag seit 2 Jahren! Nicht die Corona-Krise hat mich dazu gebracht, sondern viele weitere unliebsame Ereignisse in meinem Leben, die der Corona-Pandemie vorangegangen waren und mir eines gezeigt haben: Das ist MEIN Leben und kein System, kein Arbeitgeber, kein Job, kein Freundeskreis und keine Beziehung ist es wert, wenn sie es nicht wert ist! In diesem Sinne: Ändere, was du nicht ertragen kannst und tue ganz viel von dem, was dich glücklich macht!

Palermo, die Aufstrebende

Palermo, die Aufstrebende

Als ich vor einem Jahr beschloss, diesen Blog zu führen, war mein Antrieb, einen etwas anderen Modeblog zu schreiben, nämlich einen Blog über das Lebensgefühl „Mode“ (und nicht so sehr über die Must-haves der Saison). Egal, wohin ich gehe, Mode umgibt mich, Mode zieht mich an, weil ich nun mal so bin. Wenn ich neue Orte bereise, so geht es natürlich um Architektur, Lebensgefühl, Kultur und Sprache, doch für mich auch immer um Mode. Worauf würde ich in Palermo treffen?

Beeinflusst von der unglaublichen Erfahrung in Neapel vor einem Jahr, machte ich mich auf einen bestimmten Stil gefasst, der sich generationenabhängig durch die Bevölkerung zieht. Doch, nein, ich bin mir keiner inspirierenden Auffälligkeit bewusst geworden in Palermo. In Neapel dominierte Schwarz kombiniert mit Adidas Sneakern. In Palermo…. Tja, in Palermo dominierte eher das Dasein. Wie von einer mediterranen Stadt am beinahe südlichsten Zipfel Europas nicht anders zu erwarten, ist das Beisammensein, die spontanen Ansammlungen an den Piazzen, Gassen und Straßenecken das Gebot des Lebens. „Kleider machen Leute“ erschien mir als Lebensmotto hier geradezu lächerlich. Sicherlich ist Palermo eine Stadt mit vielen Problemen, wie Arbeitslosigkeit und einer paralysierenden Perspektivlosigkeit, die einen eher dazu treiben, sich ums pure Überleben als um die Kleiderauswahl zu kümmern. Eines ist jedoch ganz klar:

Die Palermitaner bleiben bei all dem irgendwie beneidenswert
entspannt und lebensfroh.

In anderen Reiseberichten und -blogs war von der Omnipräsenz der Mafia die Rede und von zum Teil unfreundlichen Stadtbewohnern, doch all dem kann ich nur bedingt zustimmen. Ja, es gibt die Mafia, doch viel auffälliger waren die Plakate, Graffitis und Aufkleber, die die Bekämpfung der Mafia propagierten. Natürlich durfte auch ich am Rande erfahren, dass unser unglaublich sympathischer, von sizilianischem Temperament strotzender Restaurantbesitzer das eine oder andere Wort über Schutzgeld, dem pizzo, fallen ließ. Doch dabei beeindruckte mich (erneut) der Wille, dagegen vorzugehen, der Wille sich nicht unterjochen zu lassen und der Wille, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen. (Einige lautstarke Gespräche am Handy verrieten dies. LOL)

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Anti-Mafia-Sticker an der Haustür.

Wenn wir schon bei einem Modeblog sind, dann sollte der sehr eigene Kleidungsstil dieses Herren nicht unerwähnt bleiben. Auf dem Kopf die „Coppola storta“, am Oberkörper ein Gillet sowie eine merklich uninteressante Jeans und schön, abgetragene Herrenlederschuhe. Beinahe wie der Zeitungsverkäufer auf der Straße aus den 20er Jahren.

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Coppola storta, der typisch sizilianische Herrenhut.

Auch ein Grund, aus dem ich nicht allzu viel über die Modetrends der Frauen in Palermo schreiben kann, ist die Tatsache, dass das Stadtbild von Männern geprägt war. Wohl ein Ausdruck des doch ziemlich stark vorherrschenden Patriarchats in diesem Teil Italiens bzw. Europas. Auf den sehenswerten Märkten, Ballarò e Capo, wo der Orient und Okzident miteinander verschmelzen, sieht man Männern. In den meisten Restaurants bedienten Männer. Auf den Straßen: Männer. In dem, einem Ghetto leider sehr nahe kommenden, Stadtviertel nahe des Hafens: Männer. Und deren Kleidungsstil ist praktisch, nicht ausgesucht.

Glücklicherweise (für diesen meinen Blog) kann ich eine mir den Atem raubende Überleitung zu einem ganz besonderen Mann Palermos an dieser Stelle anfügen. Ich hatte die fantastische Idee, während meines Urlaubs in die Oper zu gehen, ins Teatro Massimo. Unter den Besuchern mischten sich der Casual-Look mit dem, tja, wie möge man das nennen, mit dem Pompös-Ausgefallenen! Während der Pause entdeckte ich einen Mann, dessen Existenz mir nur in Filmen möglich schien. Liberace in Person stand vor mir. Ein Herr um die 60, blondiertes, in einen weichen Seitenscheitel gelegtes mittelkurzes Haar, um die Schultern eine langer Pelzumhang, der die zahlreichen Perlen- und Goldketten um dessen Hals beinahe verschlang. An den Füßen trug der zierliche Herr Damenschuhe mit einem kleinen Absatz so wie es die First Lady der 60er bevorzugte. Um ihn herum scharwenzelten seine Accessoires: junge, bildhübsche, schwule Männer um die 20.

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Das atemberaubend schöne Teatro Massimo.

Ich war baff. Ich war fasziniert von der Selbstverständlichkeit seines Aussehens, seines Gehabes, seiner Entourage! Ziemlich schnell merkte ich, dass außer mir kaum einer starrte, was nur bedeuten konnte, dass er keine unbekannte Persönlichkeit sein konnte. Wie sich am Ende herausstellte war es der Nachkomme einer uralten, reichen Familie aus Palermo. Selbst beim Schreiben überkommt mich das Gefühl, Teil eines Films oder einer Zeitreise in den Barock gewesen zu sein – natürlich nicht zuletzt auch wegen des grandiosen Teatro Massimos.

Ich war baff. Ich war fasziniert von der Selbstverständlichkeit
seines Aussehens, seines Gehabes, seiner Entourage!

Außer Liberace traf ich auch noch den Jäger aus Rotkäppchen, der mit seinem schweren, dunklen Cape die Gänge des alten Theaters nach Wölfen absuchte. Alle anderen Besucher waren wie oben erwähnt entweder deutlich unter dem Auffälligen oder haben ins Schwarze eines 08-15-Outfits getroffen.

Auch wenn ich keine inspirierende Erfahrung in Sachen Mode gemacht habe, so doch in Sachen Lebensgefühl, Durchhaltevermögen und natürlich in Sachen gutes Essen. Palermo ist chaotisch, zum Teil in uralten Zeiten zurückgeblieben, rau, manchmal sehr ernst, laut, auch arm, aber es lebt und die Geschichte hat gezeigt, dass es alles überlebt. Eine starke Stadt, die es sich zu sehen lohnt – mit oder ohne Shopping-Pläne!

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Cool, cooler, Kupfer

Cool, cooler, Kupfer

Es begegnet uns zurzeit überall: auf Schmuck, als Anstrich von Dekoartikeln und sogar täglich beim Bezahlen an der Kasse. Die Rede ist von Kupfer bzw. von Dingen, die diesen so tollen rostroten Ton besitzen oder tatsächlich daraus gemacht sind – wie zum Beispiel einige der Münzen in unseren Portmonnaies.

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Deko-Korb und Weihnachtskugeln im Kupferton

 

Ich persönlich bin Kupfer im Bereich Fashion komplett erlegen und reagiere mitunter wie ein Stier, der Rot sieht – das passt ja fast –: auf, los und her damit! Wie bei jedem Trend frage ich mich jedoch, wann dieser wie viele vor ihm nachlassen wird! (Man denke nur an die unförmigen Plateauschuhe von Buffalo aus den 90ern…Gutes Beispiel, ja, ich weiß.) Ein Blick auf die Menschheitsgeschichte lässt es schon erahnen: niemals!

Kupfer gehört neben Gold und Silber zu den ältesten Edelmetallen, die Menschen kennen und nutzen. Bereits vor 10.000 Jahren wurde Kupfer für die Herstellung unterschiedlicher Gebrauchsgüter wie Waffen, Werkzeuge und eben Schmuck genutzt. Schließlich ist es recht weich und lässt sich daher gut verarbeiten. In der Kulturgeschichte lassen sich sogar ganze Epochen ausfindig machen, die durch dieses Metall geprägt wurden. Ihr kommt selbst drauf: die Kupfer- bzw. später die Bronzezeit. Das Wort selbst geht auf den lateinischen Begriff „aes cyprium“ („das Erz von Zypern“) zurück. Auf der Insel wurde im Altertum Kupfer gewonnen. Aufgrund seiner sehr guten Eigenschaft als Wärme- und Stromleiter findet man Kupfer jedoch auch in der Industrie. Fakt ist, dieses lachsrosane Metall lässt die Menschheit nicht mehr los – und Fashionistas auch nicht (zwinker, zwinker).

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Warum auch, wenn es so toll aussieht! Auch die noch edlere Variante Roségold beruht auf einer Beimischung von Kupfer zu Gold. Wenn das nicht Grund genug ist, Kupfer zu lieben. Kupfer und Roségold sind für mich die großen Schwestern von Pink und Rosa. Das eine sieht stilvoll und modern aus, das andere oft nur kindlich oder gar nuttig.

Die Fashionbranche ist erfinderisch und hat den Kupferfarbeimer sehr toll eingesetzt. Wer sich ein Bild davon machen möchte, sollte einfach mal bei den Online-Shops Asos und Zalando in das Suchfenster „Kupfer“ eingeben. (Vorsichtig, die Shopping-Gefahr ist enorm). Oder bleibt doch noch ein bisschen hier, denn voilà meine kleine Auswahl an besonders schönen Artikeln aus den Shops oder von privat. Ach ja, erwähnte ich bereits, dass in der Alchemie Kupfer das Symbol für die Weiblichkeit war?

 

®Marken®: Plisée-Rock von Asos, Pantoletten von Birkenstock (gesehen bei Zalando), Tasche von Monki (gesehen bei Asos), Pumps von Guess (gesehen bei Zalando), Teelichthalter von Talking Tables (gesehen bei Asos), kleine Zusammenstellung: Casio-Uhr, Bumper aus Roségold, Armband und Sandalen (von privat) und gestreiftes Kleid von Dorothy Perkins (gesehen bei Zalando).

 

 

 

Napoli, the black beauty!

Napoli, the black beauty!

Neapel, eine chaotische Schönheit, die allen Klischees entspricht und einen doch so sehr überrascht. Nicht zuletzt in Sachen Mode! Wie so viele Italianisti behaupte ich gerne und dann gleich auch noch mit Stolz, ich kenne dieses wunderbare Land. Eben mit dieser verhängnisvollen Arroganz habe ich mich auf das modische Terrain Neapels begeben und wurde eines Besseren belehrt! (Ätsch-bätsch!)

Nein, Neapel ist nicht Mailand und Neapel ist auch nicht Anna dello Russo und wie sie alle heißen mögen in dem ach so gehypten Modeuniversum. Neapel ist laut, schmutzig, wild, authentisch und nicht zuletzt dunkel. Dunkel auf eine positive, geheimnisvolle Art. Wer es nicht wusste, die Gassen der Altstadt sind mit Blöcken aus Vulkangestein ausgelegt und der ist eben schwarz. Der Vesuv prägt diese Stadt insofern in vielerlei Hinsicht.

 

Ich habe klassische Bellezze erwartet mit langem, wallendem Haar mit einem natürlichen Schimmer, für den andere Frauen töten würden (und nicht etwa die Camorra), und  das habe ich in der Tat auch gefunden, ABER abzüglich des „klassisch“.

Neaples Frauen sind wie die Stadt selbst, schön und manchmal eben etwas übertrieben. Auf der einen Seite sieht man ganze Familien, die samt Kinderwagen durch die Stadt schlendern und dabei einem Kaleidoskop gleich in allen Farben und Stoffen schimmern: rosa Jogginghose oder Leggings gepaart mit goldenen Turnschuhen und Designer-Faketaschen, die es überall auf den Straßen zu kaufen gibt, dazu eine lange oft zerwühlte Mähne oder im schlimmeren Fall mit schlecht gefärbtem blonden Haar. Auf der anderen Seite sieht man sehr gestylte Mädchen, die aber alle zwei Dinge gemeinsam haben: adidas originals in allen Farben und Musterungen und/oder die Farbe Schwarz!

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Es ist ein ganz eigener Stil dieser „schwarze Sportsstyle“. Er ist nicht wie der androgyne, skandinavische Stil der sogenannten Hippster. Er ist viel weiblicher, um nicht zu sagen erotischer und aggressiver alla „Eccomi, guardatemi tutti!“ (übersetzt: „Hier bin ich, seht mich alle an!“) Diese Modeausprägung gefällt mir gut, nur dass ich sie nicht unbedingt in Neapel erwartet hätte. Adidas originals hier, adidas originals da und schwupp-di-wupp, die Falle schnappte zu und in meinem Hotel standen nagelneue adidas originals in Schlangenoptik (sono bellissime).

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Je mehr Zeit ich damit verbrachte, diese Großstadt und ihre Modevertreterinnen zu beobachten, desto bewusster wurde mir, wie anders Mode hier interpretiert wird als zum Beispiel in Hamburg. Mein Reisecompagnon und ich fielen regelrecht auf. Ich weiß nicht genau, woran es lag, aber ich selbst kam mir wie ein modischer Fremdkörper vor.Vielleicht war ich einfach zu bunt, vielleicht hatte ich auch aber einfach (noch) die falschen Turnschuhe an. Mein Fazit ist: Mode all’italiana gibt es nicht und das ist auch interessanter so!