Kork geht nie unter

Kork geht nie unter

An diesem Wochenende fand in Hamburg der Elbrausch-Designmarkt statt. Eine Messe für Handgemachtes, Illustrationen, Fotografien, Wohnaccessoires und was sich sonst mit viel Kreativität und Talent herstellen lässt! In der Regel verfalle ich bei solchen Veranstaltungen nicht in Kaufrausch, da ich zwar begeistert bin, aber der Preis eine letzte, zu große Hürde darstellt. Natürlich weiß ich, dass die meist in Handarbeit hergestellte Ware ihren Preis hat und braucht, doch bei mir muss zuvor ein Begeisterungsblitzschlag einschlagen.

Elbrausch-Designmarkt
Elbrausch-Designmarkt Hamburg 28.05.-29.05.2016

Wie dem auch sei, gestern blitzte und donnerte es tatsächlich: Beflügelt von einem warmen Samstagnachmittag, der netten Gesellschaft von zwei lieben Freundinnen und einer unglaublich entspannten Atmosphäre am Holstenglacis 6 funkte es von Stand zu Stand immer wieder – übrigens auch beim Anblick einer kupferfarbenen Ikea-Lampe, die fast jeder zur Dekoration mitgebracht hatte, die aber logischerweise nicht zum Verkauf stand.

KorkSehr häufig ist mir die Arbeit mit dem Material Kork ins Auge gesprungen. Bei Kork denken die meisten an die gute alte Pinnwand. Ausgehend von dieser Assoziation finde ich Modeprodukte aus diesem Stoff witzig und cool. Gleichzeitig gehören für mich beige, hellbraune und schlammige Töne zu den schönsten. Jedes Mal also, wenn ich ein neues Modeaccessoire aus Kork entdecke, bin ich begeistert. Meine Eltern hatten sogar in den 80er Jahren eine komplette Wand ihres Schlafzimmers mit Kork bedeckt.

Super-cooler Sportbeutel aus Kork, von RISY, gesehen bei etsy.com, und Schnürpumps von Sixtyseven, gesehen bei zalando.de.

Als ich vor dem Stand von Alexascha stand, gab es kein Halten mehr. Ein schmaler Taillengürtel aus Kork schlängelte sich mit seinen Artgenossen um eine Schmucksäule. Als ich ihn sah, dachte ich nur eines: „Ich muss ihn mir unbedingt näher anschauen!“ Wie magnetisch angezogen kämpfte ich mich an den anderen Frauen am Stand vorbei. Mein Ziel war klar, nur der Weg sah nach Arbeit aus. Ich drückte mich zwischen einem Mädchen und dem Ausstellungstisch vorbei, ohne sie zu berühren und fühlte mich schon heldenhaft. Als ich vor dem Gürtel stand, stieß ich eine andere leicht mit dem Ellenbogen und versank ein wenig im Schamgefühl („Wie kann ein Gürtel dich in eine Wahnsinnige verwandeln?!“).

Doch das alles war immer noch Nebensache. Die sympathische Schmuckdesignerin beobachtete, wie ich à la Indiana Jones mit Bedacht den „Schatz“ anhob, ohne dass der Säulen-Palast zusammenstürzte. Im Grunde war es da schon um mich geschehen. Als sie mir dann noch half, den Gürtel anzuprobieren, konnte ich nicht mehr Nein sagen, auch wenn ich sonst für einen Taillengürtel nicht 25 € ausgegeben hätte.

Taillengürtel von Alexascha, gekauft beim Elbrausch-Designmarkt in Hamburg.

Falls Kork auch euer Thema ist, lohnt sich der Blick gen Portugal: Lunadesign stellt super-schöne Schuhe und Taschen aus Kork her und ist mir vor ca. 2 Jahren auf der Altonale aufgefallen. Sie verkaufen ihre Produkte im Elbeeinkaufszentrum an einem Stand oder online.

Rucksack

Rucksack von Lunadesign.

Dieser Beitrag wäre natürlich nicht vollständig, wenn ich nicht auch noch auf das Kork-Modeprodukt schlechthin hinweisen würde: Sandalen und Pantoletten mit einer Korksohle. Ein Trend der 70er Jahre, der soweit ich weiß noch nie aus der Mode gekommen ist. Nicht schlecht, dass gerade jetzt der Sommer naht. Und falls der Schuh ins Schwimmbecken oder Meer fällt, keine Sorge: Kork schwimmt immer oben!

Alles gesehen bei zalando.de: Schaftsandalette aus Kork und Denim von Shoe The Bear, hohe Plateau-Sandalette im Stil der 70er Jahr von Buffalo und flache Pantolette mit Kupfer und Kork von Esprit.